Martin Seidel

Martin Seidel (* 16. September 1898 in Neuhof auf Usedom; † 2. Mai 1945 in Bad Tölz) war ein deutscher Politiker (NSDAP) und SA-Führer.

Nach dem Besuch der Volksschule und der Mittelschule meldete Seidel sich 1914 bei Ausbruch des Ersten Weltkriegs als Freiwilliger. Nach dem Ende des Krieges kämpfte er von 1919 bis 1922 mit Freikorps in München, Mitteldeutschland und Oberschlesien.
Von 1922 bis 1928 war Seidel in der völkischen Bewegung tätig. Nachdem er 1929 Mitglied der NSDAP wurde übernahm er Aufgaben als Amtswalter in dieser Partei. In den Jahren 1929 bis 1933 bekleidete er Ämter als Ortsgruppen-, Bezirks- und Kreisleiter sowie als Gauinspekteur in der Partei.
Am 1. Oktober 1933 wurde Seidel zum Gebietsinspekteur und zum Beauftragten der Parteileitung ernannt. 1934 erfolgte seine Berufung zum Hauptamtsleiter im Stabe des Stellvertreters des Führers.
Im September 1934 zog Seidel im Nachrückverfahren für den am 30. Juni 1934 im Rahmen der als Röhm-Putsch bekannt gewordenen politischen Säuberungswelle der Nationalsozialisten vom Frühsommer 1934 erschossenen Reichstagsabgeordneten August Schneidhuber in den nationalsozialistischen Reichstag ein, dem er bis zum Ende der NS-Herrschaft im Frühjahr 1945 als Vertreter des Wahlkreises 33 (Hessen) angehörte. Er leitete 1936 das Reichslager der NSDAP.
Nach Ausbruch des Zweiten Weltkrieges leistete er Kriegsdienst. Zwischen 1940 und 1942 war Seidel Beauftragter für die Provinz Nordholland beim Reichskommissar der besetzten niederländischen Gebiete. Als SA-Mitglied erreichte er den Rang eines SA-Oberführers.
Seidel vergiftete sich und seine Familie Anfang Mai in seinem Wohnhaus in Bad Tölz.

Stefano Casiraghi

Stefano Casiraghi (* 8. September 1960 in Mailand; † 3. Oktober 1990 in Monte Carlo) war ein italienischer Unternehmer und Offshore-Rennfahrer.

Er war von 1983 bis zu seinem Tod 1990 mit Caroline von Monaco verheiratet und hat mit ihr drei Kinder:
Casiraghi kam am 3. Oktober 1990 bei einem Unfall vor der Küste Monacos ums Leben, als er seinen Weltmeistertitel im Offshore-Rennboot verteidigen wollte. Es herrschte während des Rennens starker Seegang, wodurch das Boot kenterte. Casiraghi wurde von Rettungsbooten lebend geborgen, starb jedoch anschließend im Krankenhaus von Monte Carlo. Sein Copilot Patrice Innocenti überlebte das Unglück. Experten, die den Unfall untersuchten, sagten, dass er den Unfall höchstwahrscheinlich überlebt hätte, wenn sein Boot mit einem der seinerzeit schon vorhandenen Sicherheitscockpits ausgerüstet gewesen wäre. Einige Wochen zuvor war er nur knapp dem Tod entgangen, als sein Boot vor der Küste Guernseys explodierte. Infolge seines Todes wurden die Sicherheitsvorschriften bei Rennbooten verschärft.
Casiraghi ist in der Chapelle de la Paix in Monaco begraben, in der sich auch die Ruhestätte von Pierre de Polignac befindet.

SMS Pfeil (1860)

Die baugleiche SMS Fuchs
Die SMS Pfeil war ein Schiff der Jäger-Klasse, einer Klasse von insgesamt fünfzehn Dampfkanonenbooten II. Klasse der Königlich Preußischen sowie der Kaiserlichen Marine.

Die Pfeil wurde Mitte des Jahres 1859 bei der Wolgaster Werft Lübke in Auftrag gegeben und lief am 14. Februar 1860 vom Stapel. Während des Baus erhielt das Schiff werftintern den Namen Donner, um einer Bestimmung der preußischen Zollbehörde hinsichtlich der aus dem Ausland bezogenen Bauteile zu entsprechen. Nach der Fertigstellung wurde die Pfeil zum Stützpunkt der Kanonenboote auf den Dänholm überführt und dort aufgeslipt.
Die erste Indienststellung der Pfeil erfolgte aufgrund des ausgebrochenen Deutsch-Dänischen Krieges am 11. Februar 1864. Das Kanonenboot trat zur I. Flottillen-Division und nahm am 17. März am Seegefecht bei Jasmund gegen dänische Kriegsschiffe teil. An einem weiteren Vorstoß am 6. Mai, der zu keiner Gefechtsberührung führte, war das Schiff ebenfalls beteiligt. Nach einer Umorganisation der Kanonenbootsverbände wurde die Pfeil wahrscheinlich zum Flaggschiff der I. Flottillen-Division, jedoch ist dies nicht zweifelsfrei belegbar. Nach der am 13. Oktober erfolgten Außerdienststellung wurde das Schiff erneut auf dem Dänholm eingemottet.
Erst nach über vier Jahren, am 3. Mai 1869, wurde die Pfeil wieder aktiviert. Sie fungierte als Wachtschiff in Danzig sowie zeitgleich als Tender der dortigen Königlichen Werft. Mit Beginn des Deutsch-Französischen Krieges wurde das Schiff zunächst über Swinemünde und den Eider-Kanal nach Husum verlegt, trat aber bereits Anfang August zu einer auf der Elbe gebildeten Flottille. Im Frühjahr 1871 wurde die Pfeil den Streitkräften auf der Jade zugeteilt und schließlich am 12. April außer Dienst gestellt, ohne während des Krieges in Feindberührung gekommen zu sein.
Während einer Untersuchung des Schiffes in Vorbereitung einer Grundüberholung wurde festgestellt, dass der Rumpf stark verrottet war und eine Reparatur nicht lohnte. Die Pfeil wurde daher am 19. März 1872 aus der Liste der Kriegsschiffe gestrichen und als Minenprahm in Wilhelmshaven aufgebraucht.
SMS Jäger | SMS Crocodill | SMS Fuchs | SMS Hay | SMS Scorpion | SMS Sperber | SMS Hyäne | SMS Habicht | SMS Pfeil | SMS Natter | SMS Schwalbe | SMS Salamander | SMS Wespe | SMS Tiger | SMS Wolf
Liste preußischer Kriegsschiffe Liste der Schiffe der Kaiserlichen Marine

Ludwig-Eisenbahn-Denkmal

Das Ludwig-Eisenbahn-Denkmal ist ein Denkmal mit Brunnen im Nürnberger Stadtteil Gostenhof.

Am 7. Dezember 1885 wurde anlässlich des 50. Jahrestags der Fahrt des Adlers auf der Ludwigseisenbahn zwischen Nürnberg und Fürth beim Nürnberger Ludwigsbahnhof am Plärrer der Grundstein für ein Eisenbahndenkmal gelegt. Einen daraufhin ausgeschriebenen Wettbewerb gewann 1887 Heinrich Schwabes Entwurf eines Kunstbrunnens, obwohl die Jury den Herakles von Rudolf Maison als beste künstlerische Leistung würdigte.
Der Brunnen wurde am 16. Oktober 1890 enthüllt. Der bayerische Staat kam für die Hälfte der Kosten von 58.500 Mark auf. Die andere Hälfte des Betrages stammte von der Ludwigseisenbahngesellschaft, der Stadt, von Vorstadtvereinen und privaten Mäzenen wie Ludwig Ritter von Gerngroß.
Beim Ausbau der Gleis- und Haltestellenanlagen für die Nürnberger Straßenbahn wurde es 1927 an die Stadtgrenze zwischen Nürnberg und Fürth versetzt. Im Jahre 1965 musste es wiederum dem Bau der U-Bahn weichen und wurde in eine nahegelegene Grünanlage innerhalb der Anschlussstelle Nürnberg/Fürth der A 73 versetzt. Der Mäzen und Brunnenliebhaber Kurt Klutentreter ermöglichte die Umsetzung des Denkmals im Jahr 1993 in die Fürther Straße an den östlichen Aufgang des U-Bahnhof Bärenschanze.
Auf einem etwa 10 Meter hohen Granit-Obelisken befindet sich eine Kleinplastik aus Bronze, an deren Seite sitzen Furthia und Noris, Personifikationen der Städte Fürth und Nürnberg. Die Kleinplastik verherrlicht die erste deutsche Bahnfahrt als Siegeszug der Technik. Die Bronzeplastiken stammen aus der Kunstgießerei Lenz.
Das Ludwig-Eisenbahn-Denkmal am Plärrer, 1891
Der Plärrer mit dem Ludwig-Eisenbahn-Denkmal, 1905
49.45209166666711.052302777778Koordinaten: 49° 27′ 7,5″ N, 11° 3′ 8,3″ O

Armeeabteilung C

Die Armeeabteilung C (bis Februar 1917 Armeeabteilung Strantz, ursprünglich Armeegruppe Strantz) war eine von drei im südlichen Teil der Westfront eingesetzten Armeeabteilungen des Deutschen Heeres im Ersten Weltkrieg. Gebildet im September 1914 aus dem linken Flügel der 5. Armee (Deutsches Kaiserreich) des deutschen Kronprinzen, hielt sie bis 1918 im Wesentlichen den Frontbogen von Saint-Mihiel.

Die „Armeegruppe Strantz“ ging auf Befehl der OHL vom 10. September 1914 (während der Marneschlacht) aus der zeitweiligen Zusammenfassung des posenschen V. Armee-Korps der 5. Armee mit dem von der 6. Armee (Deutsches Kaiserreich) herangeführten kgl. bay. I. Armee-Korps bei gleichzeitiger Unterstellung der Festung Metz und der kgl. bay. Kavallerie-Division hervor. Der bisherige Kommandierende General des V. Armee-Korps, General der Infanterie Hermann von Strantz, erhielt den Befehl über die provisorische Formation, während Generalleutnant Robert Kosch die Führung des V. Armee-Korps übernahm. Die Armeegruppe blieb der 5. Armee unterstellt. Bereits zwei Tage später erging der Befehl, das I. bayerische Armee-Korps zu anderer Verwendung abzutransportieren. Stattdessen wurde das III. kgl. bay. Armee-Korps (unter General Ludwig von Gebsattel) der Armeegruppe zugeführt, die ab dem 18. September als „Armeeabteilung Strantz“ bezeichnet wurde.
Zu dieser Zeit, Mitte September 1914, bestand auf deutscher Seite Unklarheit über die Stärke der im Raum Verdun konzentrierten französischen Verbände. Einerseits wurde von der OHL ein französischer Vorstoß auf Metz befürchtet, andererseits hatte man aber auch selbst die Absicht, die strategisch wichtigen Forts auf den Maashöhen in Besitz zu nehmen. Letzteres Vorhaben wurde ab dem 20. September durch das V. AK und das bayerische III. AK in Angriff genommen. Als erstes der französischen Sperrforts fiel das Fort du Camp des Romains am 25. September an das bayerische III. AK, nachdem am Vortag bereits die Stadt Saint-Mihiel hatte eingenommen werden können.
Der so entstandene Frontvorsprung von Saint- Mihiel, mit dem die Deutschen die Bahnlinie von Verdun nach Toul unterbrachen, konnte von der Armeeabteilung bis September 1918 behauptet werden. Er stellte eine ständige Bedrohung für die bedeutende Festung Verdun dar und war mehrmals heftig umkämpft, so im Frühjahr 1915, als die 1ere armée unter Pierre Auguste Roques den Frontbogen mit vier Korps angriff.
Hauptquartier der Armeeabteilung war von Juni 1915 bis September 1918 das Château de Moncel bei Jarny. Als General von Strantz im Februar 1917 von seinem Posten abberufen und durch Max von Boehn abgelöst wurde, wurde die Armeeabteilung in „Armeeabteilung C“ umbenannt. Bereits im folgenden Monat wurde Boehn zur 7. Armee versetzt und Georg Fuchs übernahm den Oberbefehl. Ab April 1917 unterstand die Armeeabteilung der Heeresgruppe Herzog Albrecht, ab Februar 1918 der (2.) Heeresgruppe Gallwitz.
Im September 1918 wurde der Frontbogen von St. Mihiel Ziel der ersten größeren Offensive der American Expeditionary Forces. Die First United States Army griff in der Schlacht von St. Mihiel ab dem 12. September mit Unterstützung durch das französische II. Kolonialkorps die Armeeabteilung C an und zwang sie innerhalb von vier Tagen zur Räumung des Frontbogens. Nach dem Waffenstillstand von Compiègne zog die Armeeabteilung nach Deutschland ab und wurde am 24. Dezember 1918 aufgelöst.
Armeen 1. | 2. | 3. | 4. | 5. | 6. | 7. | 8. | 9. | 10. | 11. | 12. | 14. | 17. | 18. | 19. Südarmee | Njemenarmee | Bugarmee | Donauarmee | Oberkommando der Küstenverteidigung
Armee-Abteilungen Falkenhausen/A | Gaede/B | Strantz/C | Scholtz/D Mackensen | Scheffer | Lauenstein | Woyrsch
Armee-Gruppen Beseler | Gallwitz | Gronau | Marwitz | Litzmann | Eben

Bruce Kogut

Bruce Mitchel Kogut ist ein US-amerikanischer Soziologe, Wirtschaftswissenschaftler und Hochschullehrer.
Kogut studierte ab 1971 an der University of California, Berkeley, seinen Bachelor of Arts in Politikwissenschaft erhielt er 1975 mit Auszeichnung. Anschließend wechselte er an die Columbia University, die er 1978 als Master of International Affairs verließ. An der Sloan School of Management am Massachusetts Institute of Technology graduierte er 1983 als Ph.D.. Kurze Zeit später wechselte er an die Wharton School der University of Pennsylvania, wo er nach Tätigkeiten als Assistant Professor und Associate Professor zum ordentlichen Professor aufstieg. Ab 1994 bedeckte er zudem den Posten des stellvertretenden Direktors des Reginald H. Jones Center for Management Policy, Strategy, and Organization an der Hochschule. 2003 folgte er einem Ruf des Institut européen d’administration des affaires, bei dem er den Eli-Lilly-Lehrstuhl für Innovation, Wirtschaft und Gesellschaft übernahm. 2007 kehrte er in die Vereinigten Staaten zurück und übernahm die Sanford-Bernstein-Professur an der Columbia University.
Die Forschung Koguts umfasst Aspekte der Wirtschaftssoziologie, von Social Entrepreneurship und Governance, wobei einer seiner Schwerpunkte auf dem internationalen Vergleich der beobachteten Phänomene liegt. In verschiedenen Publikationen ging er zudem auf Einflüsse der Weltwirtschaft und technologischer Entwicklungen auf das Wirtschaftsleben ein. In seinen Vorlesungen im Rahmen der MBA-Studiengänge vermittelt er zudem den Einfluss dieser Fragen auf die Unternehmensstrategie.
Die folgende Auflistung gibt von ihm veröffentlichte Bücher wieder, zudem hat er zahlreiche Zeitschriftsartikel und Arbeitspapiere verfasst.

Thomas Sauerborn

Thomas Sauerborn (* 28. August 1987 in Nürtingen) ist ein deutscher Jazzmusiker (Schlagzeug).

Sauerborn erhielt ab dem sechsten Lebensjahr Klavierunterricht. Weitläufig verwandt ist er mit dem Saxophonisten Heinz-Dieter Sauerborn. Mit neun Jahren wechselte er zum Schlagzeug. Seit dem 13. Lebensjahr sammelte er Erfahrungen in lokalen Pop/Rock-, Folk- und Jazzbands. Von 2008 bis 2010 studierte er am Conservatorium van Amsterdam bei Marcel Serierse und Martijn Vink, um dann ein Bachelorstudium an der Musikhochschule Köln bei Michael Küttner, Jonas Burgwinkel und Henning Berg bis 2013 anzuschließen. Zwischen 2007 und 2010 war er Schlagzeuger im von Wolfgang Diefenbach geleiteten LandesJugendJazzOrchester Hessen, mit dem er die Alben Corazon Latino Especial imd Tribute to Kenny Napper einspielte. Von 2010 bis 2011 gehörte er zum Bundesjazzorchester.
Sauerborn veröffentlichte mit seiner Band Monophonist 2014 das Album Personalunion; mit Theresia Philipp und David Helm ist er unter dem Namen pollon aktiv. Auch trat er mit Musikern wie Claudio Roditi, Joe Gallardo, Jiggs Whigham, Herb Geller, Josee Koning, Jeff Cascaro, Jan Wessels, Steffen Schorn, Madeline Bell, den New York Voices, Gwilym Simcock, Matthias Schriefl, Joris Roelofs, Paul Heller und Bastian Stein auf. Weiter ist er auf mehreren Alben mit dem Quartett Besaxung zu hören; 2014 wurden zudem die CDs Räume mit dem Doppeltrio Makkro und Waiting mit dem Gitarristen Rouzbeh Asgari veröffentlicht. Weiterhin ist er Mitglied des Mengamo Trio und von Willit Blend (The Rainbow’s End), der Bands von Stephanie Neigel und Christine Corvisier und des Subway Jazz Orchestra.
2006 erhielt Sauerborn den ersten Preis bei der Solowertung von Jugend jazzt in Hessen. In den folgenden Jahren erhielt er mit Philipp Gerschlauers Besaxung beim gleichen Wettbewerb und beim Bundeswettbewerb „Jugend jazz“ den ersten Preis.

Freirichter

Die Freirichter der Glatzer Landes bzw. seit 1459 der Grafschaft Glatz waren eine privilegierte Klasse von Grundbesitzern, die als Dritter Stand dem Glatzer Landtag angehörten.

Die Geschichte der Freirichter hängt mit der Besiedlung des zu Böhmen gehörenden Glatzer Kessels mit Deutschen zusammen. Sie begann unter König Wenzel I. und wurde von seinem Sohn Ottokar II. Přemysl intensiviert. Die Zuweisung von Land an die Lokatoren erfolgte durch den Glatzer Burggrafen in seiner Eigenschaft als königlicher Statthalter.
Die Freirichter stammten zumeist von den deutschen Lokatoren ab, denen für den Einsatz bei der Urbarmachung und Besiedlung von zugewiesenem Land vom böhmischen König besondere Rechte eingeräumt wurden. Sie erhielten bis zu sechs Hufen Land und andere Privilegien und waren u. a. verpflichtet, Abgaben für den Grund- bzw. Landesherrn einzuziehen. Demgegenüber wurden die damals schon existierenden tschechischen Dörfer des Glatzer Landes erst allmählich zu deutschem Recht umgesetzt. Sie lagen überwiegend entlang der Straßenverbindungen nach Prag und Brünn und blieben sog. Kammerdörfer, denen ein von der Herrschaft eingesetzter Schulze vorstand. In den neu gegründeten oder zu deutschem Recht umgewandelten Städten bekleidete der Vogt eine dem Freirichter vergleichbare Position. Seit der ersten Hälfte des 14. Jahrhunderts bestand der „Verband der Vögte und Richter“, der auf die Einhaltung und Durchsetzung der Privilegien achtete.
Urkundlich erwähnt wurden die Freirichter erstmals 1337. Die für sie geltenden Rechtsnormen waren bis in das 14. Jahrhundert mündlich tradiert. Schriftlich niedergelegt wurde deren Rechtsstatus – unter Berufung auf älteres Recht – erstmals durch den böhmischen König Karl IV. am 13. Juli 1348. Neben der Bestätigung der bisherigen Privilegien versprach der König in diesem Dokument den Vögten, Richtern und Scholzen des Glatzer Landes, ihr Land nie mehr von der Krone Böhmens zu trennen, zu verkaufen oder zu verpfänden. Dieses Versprechen brach der König jedoch schon zwei Jahre später, als sein Freund und Prager Erzbischof Ernst von Pardubitz die ihm und seinen zwei Brüdern gehörenden Dörfer Batzdorf und Niederschwedeldorf dem Glatzer Augustiner-Chorherren schenkte. Da alle Untertanen dieser Dörfer zukünftig der Gerichtsbarkeit ihrer neuen Grundherren unterstehen sollten, schenkte der König die beiden Freirichter dem Erzbischof, der sie mit seiner Stiftung verbinden sollte. Obwohl sich beide Freirichter diesem Vorhaben widersetzten, mussten sie sich schließlich auf Befehl des Königs der Augustiner-Propstei unterwerfen.
Im Gegensatz zu den Freirichtern besaß der Adel seine Güter nur als königliches Lehnsgut, über das er nicht frei verfügen konnte, und das Lehen konnte nur in männlicher Linie vererbt werden. Soweit keine Nachkommen vorhanden waren, fiel es beim Tod des Besitzers an die königliche Kammer zurück. Deshalb waren Adelige häufig bemüht, die privilegierten Freirichtergüter zu erwerben. Auch die Städte und der Jesuitenorden eigneten sich aus diesem Grunde Freirichtereien an. Andererseits stiegen einzelne Freirichter wegen ihres Reichtums und ihres Ansehens in den niederen Adel auf. Die Freirichter unterstanden dem Gericht in Glatz. Eine Besonderheit war, dass sie nach den Rittern und dem Klerus als Dritter Stand dem Glatzer Landtag angehörten.
Im böhmischen Ständeaufstand standen die meisten Freirichter auf Seiten der Aufständischen. Sie wählten den Oberlangenauer Freirichter Hans Wolf zu ihrem Anführer, der sich bei der Verteidigung von Habelschwerdt besondere Verdienste erwarb. Nachdem die Kaiserlichen 1622 die Grafschaft Glatz erobern konnten, wurden 1625 49 Freirichter zum Verlust von bis zu zwei Dritteln ihrer Güter oder zu Geldstrafen verurteilt. Da sich fast alle Freirichter zum evangelischen Glauben bekannten, wurden sie vor die Alternative gestellt, katholisch zu werden oder auszuwandern. Durch diese Maßnahmen sowie durch die kriegsbedingten Plünderungen und Kontributionen verarmten die Richterfamilien. Zudem verloren die Freirichter ihre Standeseigenschaft an die Immediat-Städte.
Die zunächst ebenfalls verlorenen Privilegien erhielten sie am 7. Mai 1652 nach Zahlung einer größeren Geldsumme von Kaiser Ferdinand III. in dessen Eigenschaft als König von Böhmen zurück. Zu den Sonderrechten zählten – je nach verbrieftem Recht – das Brauurbar, der Ausschank, verschiedene Handwerke, die Hasen- und Fuchsjagd, die Vogelstellerei und die Fischerei. In den nächsten Jahrzehnten gingen zahlreiche Freirichtereien, die den Charakter selbständiger Güter hatten, in Adelsbesitz über. Die Richtergüter Friedersdorf und Schreckendorf wurden zu Rittergütern erhoben. Nach Aufhebung der Leibeigenschaft verloren die verbliebenen Freirichtereien ihre Sonderrechte. Sie wurden als selbständige Gutsbezirke weitergeführt.
Das Richtergut war rechtlich selbständig und unabhängig und mit Dominialrechten ausgestattet. Zu seinem Besitz gehörten neben Ländereien und Wäldern auch Mühlen, Handwerksstätten, häufig auch ein Kretscham, die Braugerechtigkeit und das Fischereirecht. Die dem Richtergut unterstellten Untertanen mussten dem Richter Zins zahlen und waren auch zu Dienstleistungen verpflichtet. Das Richtergut und die damit verbundenen Privilegien konnten frei an Kinder beiderlei Geschlechts vererbt werden. Bei einem Verkauf wurden die Rechte mitverkauft, d. h. sie blieben bei dem jeweiligen Hofanteil. Die Güter waren steuerfrei, lediglich auf die neu hinzugekommenen Grundbesitzungen mussten Steuern entrichtet werden. Sie wurden deshalb als Zinshuben bezeichnet.
Die Freirichter standen dem Dorfgericht vor, das aus Schöffen bestand, die von den Dorfbewohnern gewählt wurden. Das Dorfgericht besaß neben der Polizeigewalt auch die Niedere Gerichtsbarkeit. Die Freirichter waren in der Rechtspflege völlig unabhängig vom Gutsherrn bzw. den Adligen, die über das Dorf herrschten. Von den verhängten Bußgeldern erhielt der Freirichter ein Drittel, die anderen zwei Drittel der Gutsherr. Den Freirichtern unterstanden nur die freien Bauern des Dorfes. Nachdem es nach den Hussitenkriegen dem Adel gelang, auf seinen Gütern nach und nach neben der öffentlichen Gewalt auch die Gesetzgebung und die Verwaltung an sich zu reißen, ging das Richtergericht im 16. Jahrhundert zu Grunde.

Tel Aviv Museum of Art

Das Tel Aviv Museum of Art wurde am 2. April 1932 im Haus des ersten Bürgermeisters von Tel Aviv, Meir Dizengoff, eröffnet. Das Museum trug damals den Namen seiner verstorbenen Frau, Sina Dizengoff. 1971 zog es an seinen heutigen Standort in der Shaul-Hamelekh-Straße.

Das Museum beherbergt eine Sammlung klassischer und zeitgenössischer Kunst, speziell von israelischen Künstlern, einen Skulpturgarten und einen Jugendflügel.
Ausgestellt werden Werke der wichtigsten Stilrichtungen der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts: Fauvismus, deutscher Impressionismus und Expressionismus, Kubismus, Futurismus, russischer Konstruktivismus, De Stijl und Surrealismus mit Werken von Joan Miró, französische Kunst vom Impressionismus und Spätimpressionismus bis zur Pariser Schule mit Werken von Chaim Soutine. Unter den ausgestellten Künstlern sind Claude Monet, Camille Pissarro, Pierre-Auguste Renoir, Paul Cézanne, Alfred Sisley, Henri Edmond Cross, Pierre Bonnard, Tsuguharu Foujita, Henri Matisse, Amedeo Modigliani, Gustav Klimt, Wassily Kandinsky, Marc Chagall, Ernst Oppler und Reuven Rubin. Ebenso zu sehen sind Werke von Pablo Picasso aus der Blauen Periode, der Neoklassischen Periode und aus seinem Spätwerk. Die Peggy Guggenheim-Sammlung des Museums, eine Spende aus dem Jahr 1950, umfasst 36 Werke, unter anderem von Jackson Pollock, William Baziotes, Richard Pousette-Dart, Yves Tanguy, Roberto Matta und André Masson.
Am 2. November 2011 wurde das neue Herta und Paul Amir Gebäude mit der Ausstellung Schevirat ha-Kelim (Bruch der Gefäße) des deutschen Künstlers Anselm Kiefer eröffnet. Der großzügige Gebäudeflügel entstand unter der Leitung des amerikanischen Architekten Preston Scott Cohen. In dem neuen Gebäude befinden sich zwei Räume von 244 m² Größe, die Galerie der deutschen Freunde. Der Verein Freunde des Tel Aviv Museums of Art, Deutschland hat sich finanziell an der Errichtung des Neubaus beteiligt und will zum Austausch zwischen deutschen und israelischen Museen beitragen.
Das neue Archiv der israelischen Architektur Galerie soll im Jahr 2013 geöffnet werden.
Für März 2015 war die Eröffnung einer gemeinsamen Ausstellung von Ai Weiwei und Miki Kratsman zum Thema Flüchtlingslager weltweit geplant, in der u. a. Porträtfotos von dreitausend Palästinensern gezeigt werden sollten. Die Ausstellung wurde mehrmals verschoben. Doron Sabag, ein Mitglied des Kuratoriums, forderte Kratsman angeblich auf, die geplante Ausstellung mit Rücksicht auf „das gegenwärtige politische Klima … abzumildern“. Kratsman warf dem Museum Zensur vor. Das Museum erklärte, der Ausstellungsplan für 2017 sei schon voll, deshalb habe man noch keinen geeigneten Termin für die geplante Ausstellung finden können.
32.07744134.786847Koordinaten: 32° 4′ 39″ N, 34° 47′ 13″ O

Dadiwank

Dadiwank (armenisch Դադիվանք, auch Խութավանք, Chotawank bzw. Khutavank, „Kloster auf dem Hügel“) ist ein Kloster der Armenisch-Apostolischen Kirche, das sich de facto in der Republik Bergkarabach befindet. Das Kloster liegt in einem waldreichen Gebiet 1,5 Kilometer nördlich des Flusses Tartar in der Bergkarabach-Provinz Schahumjan, knapp außerhalb der Grenze von Bergkarabach und etwa 50 Kilometer Luftlinie nordwestlich von Stepanakert. Die Kirche dieses Klosters wurde 1214 errichtet.

Einer Legende nach wurde der Heilige Thaddäus, ein christlicher Märtyrer in den Mauern des Klosters begraben, das am Ende des 1. Jahrhunderts durch einen der Schüler des Apostels Judas Ischariot gegründet worden sein soll. Erstmals urkundlich erwähnt wurde das Kloster im 9. Jahrhundert.
Im Jahr 1994 wurde das Kloster neu geweiht; es fungiert zurzeit als Kloster der Diözese Arzach der Armenisch-Apostolischen Kirche.
Der Komplex besteht aus der Hauptkirche Surb Astvatsatsin (der Gottesmutter geweiht), einer Kapelle und anderen Nebengebäuden.
Amaras | Chor Virap | Dadiwank | Gandsassar | Geghard | Goschawank | Haghpat | Haritschawank | Hayrawank | Howhannawank | Ketscharis | Norawank | Sanahin | Sankt Stephanos | Sankt Thaddäus | Sewanawank | Tatew
40.16138888888946.288055555556Koordinaten: 40° 9′ 41″ N, 46° 17′ 17″ O